
Geocaching mit Hund
„mit em Hund use“ war gestern
Als Hundebesitzer ist man ja sowieso täglich draussen. Bei jedem Wetter. Regen, Sonne, Schnee. Keine Lust? Egal, der Hund schaut einen schon so lange an, bis man freiwillig die Schuhe anzieht.
Warum also nicht die Hunderunde ein bisschen spannender machen? Geocaching ist dafür perfekt.
Beim Geocaching sucht man versteckte Behälter – sogenannte Caches – anhand von Koordinaten. Und plötzlich wird aus der ganz normalen Hunderunde eine kleine Schatzsuche. Der Hund schnüffelt links, ich suche rechts. Der Hund findet den interessantesten Stock des Tages, ich suche derweil einen Cache. Teamwork, irgendwie.
Für Hunde und ihre Menschen
Geocaching bringt einen schönen Nebeneffekt mit sich: Man geht neue Wege und entdeckt Orte, an denen man sonst wahrscheinlich nie vorbeigekommen wäre. Für den Hund gibt es neue Gerüche und Eindrücke – und für den Menschen ein kleines Abenteuer.
Natürlich gilt dabei: Rücksicht nehmen. Hunde dort anleinen, wo es vorgeschrieben ist, keine Wildtiere stören und den Cache wieder sorgfältig verstecken. Schliesslich sollen auch die nächsten Schatzsucher noch Freude daran haben.
Und wer weiss: Vielleicht entwickelt sich der Hund sogar zum perfekten Cache-Spürhund. Wobei man sich nicht zu viel einbilden sollte. Meiner findet zwar jeden Cache nicht – aber garantiert jeden herumliegenden Cervelat-Rest.
Also, Leine dran, Handy einpacken und los geht’s. Die tägliche Hunderunde hat gerade ein Upgrade bekommen.
Und falls dich jemand beim Suchen komisch anschaut: Einfach freundlich lächeln.
Du bist kein bisschen verdächtig.
Du bist nur ein Geocacher.
…und dein Hund ist dein Alibi.
Und dann gibt es noch die Muggels
Nein, damit sind nicht Leute aus Harry Potter gemeint. Beim Geocaching nennt man Menschen, die nichts vom Geocaching wissen, Muggels.
Und genau die können beim Suchen manchmal ziemlich störend sein.
Da steht man also scheinbar völlig grundlos neben einem Baum, schaut konzentriert unter einen Stein und versucht gleichzeitig, möglichst unauffällig zu wirken. Der Hund sitzt daneben und denkt vermutlich: «Jetzt ist er endgültig verrückt geworden.»
Dann kommt ein Spaziergänger vorbei.
Muggel-Alarm!
Jetzt heisst es warten, freundlich grüssen und so tun, als hätte man schon immer grosses Interesse an diesem einen Baum gehabt. Denn ein Cache soll möglichst unauffällig bleiben und nicht von neugierigen Muggels entdeckt werden.
Dazu mein Buchtipp

Wer beim Geocaching nicht nur Dosen suchen, sondern auch etwas zu lachen haben möchte, sollte einen Blick in «Neues aus Geocaching – Geschichten von draußen» von Bernhard Hoëcker und Tobias Zimmermann werfen.
Die beiden sind selbst begeisterte Geocacher und erzählen von nächtlichen Suchaktionen, geheimnisvollen Orten, Lost Places, abenteuerlichen Touren und natürlich auch von den Momenten, in denen man stundenlang sucht und am Schluss trotzdem mit einem DNF – Did Not Find nach Hause geht.
Das Buch ist weniger ein Geocaching-Lehrbuch als eine unterhaltsame Sammlung von Geschichten. Genau deshalb macht es auch eingefleischten Cachern Spass: Man erkennt sich erstaunlich oft wieder. Denn wer schon einmal minutenlang neben einem Baum gestanden und gedacht hat «Das Ding muss doch hier sein!», weiss: Geocaching ist manchmal weniger Schatzsuche und mehr persönliche Charakterprüfung.
Ein schöner Lesetipp für alle, die gerne draussen unterwegs sind – mit oder ohne Hund, mit GPS oder einfach mit einer gesunden Portion Neugier.
Und wer nach der Lektüre noch immer nicht genug hat, kann ja gleich losziehen und den nächsten Cache suchen. Aber Achtung: Muggels könnten zuschauen.
as
Angaben zum Buch
Bernhard Hoëcker & Tobias Zimmermann: «Neues aus Geocaching – Geschichten von draußen». 360°medien – traveldiary, 2014. ISBN 978-3-944365-29-9.
