Plan B

Das Bild zeigt eine Blumenwiese

Notfallplanung


Gerade wenn man alleine lebt, ist es sinnvoll, für ein Haustier einen Notfallplan zu haben. Es geht nicht darum, ständig an etwas Schlimmes zu denken, sondern darum, dass dein Hund auch dann gut versorgt ist, wenn du vorübergehend oder dauerhaft nicht selbst für ihn sorgen kannst.

Wenn dir etwas passiert und du ins Spital musst, überlege dir

Wer kann deinen Hund kurzfristig übernehmen?

– Idealerweise 1–2 Personen
– Wer hat einen Schlüssel zu deiner Wohnung?
– Weiß diese Person, wo Futter, Leine, Medikamente und wichtige Unterlagen sind?
– Darf sie deinen Hund auch dann holen, wenn du selbst nicht ansprechbar bist?
– Kennt sie deinen Hund und seine Gewohnheiten?
– Gibt es einen Plan für die ersten 24–72 Stunden?

Praktisch kann eine kleine Notfallkarte im Portemonnaie helfen: Erkundige dich z.B. auf der Website des Zürcher Tierschutz oder der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz. Dort kannst Du Unterlagen zum Thema «Vorsorge für Haustiere» gratis bestellen.

Für den Fall, dass du stirbst, lohnt es sich, vorher ganz konkret festzulegen:

Wer soll deinen Hund übernehmen?
– Gibt es eine zweite Person, falls die erste ausfällt?
– Möchtest du, dass dein Hund möglichst in seiner vertrauten Umgebung bleibt?
– Gibt es jemanden, der ihn vorübergehend aufnehmen kann, bis die endgültige Lösung geklärt ist?
– Was passiert, wenn niemand aus deinem persönlichen Umfeld den Hund übernehmen kann?

Wichtig ist dabei, nicht nur zu denken: „Meine Schwester/mein Freund/meine Freundin kümmert sich schon.“ Besser ist, die betreffende Person vorher ausdrücklich zu fragen und ihr Einverständnis zu bekommen.

Schriftlich festhalten: „Für den Fall, dass mir etwas passiert“-Mappe anlegen

Darin könnten stehen:
– Name und Beschreibung des Hundes
– Tierarzt/Tierärztin
– Impfungen und wichtige medizinische Informationen
– Medikamente
– Futter und Fütterungszeiten
– Besonderheiten und Ängste
– Verhalten gegenüber anderen Hunden/Menschen
– Tagesablauf
– Versicherung
– Mikrochip-/Registrierungsdaten – wo befindet sich der Impfausweis
– deine Kontaktpersonen
– gewünschte Betreuung im Notfall
– Informationen darüber, wo sich wichtige Dokumente befinden

Und ganz wichtig: Wo ist diese Mappe? Die Notfallperson muss davon wissen und Zugang dazu haben.

Finanziell vorsorgen – auch darüber kann man nachdenken:

– Rücklage für Tierarztkosten
– Tierkranken- oder Tierversicherung, falls sinnvoll
– Geld für eine vorübergehende Betreuung
– Regelung, was mit einer finanziellen Rücklage für den Hund nach deinem Tod passieren soll
– Lass dich vielleicht sogar notariell bzw. rechtlich beraten, damit die gewünschte Lösung tatsächlich rechtlich funktioniert.

Zugang zur Wohnung

Eine Vertrauensperson sollte wissen:

– wo ein Ersatzschlüssel ist
– wie sie in die Wohnung kommt
– wo der Hund normalerweise ist
– wo Futter und Leine liegen
– wo wichtige Dokumente liegen

Wenn du länger nicht ansprechbar bist

Überlege, was passiert, wenn du beispielsweise mehrere Tage im Krankenhaus bist und niemand weiß, dass zu Hause ein Hund wartet. Eine gute Lösung ist eine Person, die ausdrücklich diese Aufgabe übernimmt: „Wenn ich nicht erreichbar bin, schaust du bitte nach meinem Hund.“ Diese Person sollte idealerweise nicht nur den Hund kennen, sondern auch wissen, wie sie Zugang zur Wohnung bekommt.

Oder wenn Du stirbst
Personen vorher fragen, statt sie nur auf ein Blatt Papier zu schreiben. Vielleicht bestimmst du auch eine Organisation (z.B. Zürcher Tierschutz, Gut Aiderbichl) die deinen Hund übernimmt und für seine Zukunft sorgt.

Besonders wichtig: Der Hund sollte nicht „automatisch“ bei jemandem landen

Wenn du möchtest, dass dein Hund nach deinem Tod zu einer bestimmten Person kommt, würde ich diesen Wunsch nicht nur mündlich äußern. In der Schweiz können für solche Situationen verschiedene rechtliche Instrumente relevant sein, insbesondere Testament bzw. letztwillige Verfügung. Die konkrete Gestaltung sollte man bei einem Notariat oder einer Fachperson für Erbrecht klären.

Eine einfache Checkliste

Wenn du es möglichst unkompliziert halten möchtest, würde ich mindestens diese 7 Dinge erledigen:

– Eine Person für den sofortigen Notfall bestimmen
– Eine zweite Person als Ersatz bestimmen
– beide ausdrücklich fragen und ihr Einverständnis bekommen
– Ersatzschlüssel organisieren (wer weiss, wo sich dieser Schlüssel befindet)
– Notfallmappe mit allen Informationen erstellen
– Notfallkontakt im Portemonnaie/Handy hinterlegen
– Festlegen, wer den Hund dauerhaft übernehmen soll, falls du stirbst Testament/Erbrecht prüfen, wenn du diese Regelung rechtlich absichern möchtest

Der vielleicht wichtigste Gedanke dabei ist: Nicht nur „Wer bekommt meinen Hund, wenn ich sterbe?“, sondern auch „Wer merkt innerhalb weniger Stunden, dass mit mir etwas nicht stimmt, und kümmert sich dann um meinen Hund?“ Genau diese Zwischenphase wird häufig übersehen.